Die Sprache der Organe – die Kehle

„Erinnerungen sind voller Launen. Bilder von Erlebtem, selbst kleinste Details, können uns so berühren, dass es uns die Kehle zuschnürt.“
Paulo Coelho
Jedes Organ, jedes Gewebe, ist ein Teil des Gesamtbewusstseins des Körpers, aber dennoch in einer Einheit (= Individuum) verbunden, bestehend aus Psyche – Gehirn – Organ. Diese Ebenen bilden zusammen das Bewusstsein des Menschen und sind unteilbar miteinander verwoben. Trifft uns ein Schock reagieren Psyche – Gehirn – Organ in derselben Sekunde (synchron). Über die Psyche nehmen wir das Unheil wahr, im Gehirn sehen wir den Hamerschen Herd und das korrelierende Gewebe reagiert mit Auf- oder Abbau oder Funktionsänderung.
Im Fall von Unfällen, Vergiftungen und Mangelerscheinungen landet der erste Impuls im Gewebe/Organ. Das bedeutet: Wenn man sich beispielsweise mit einem Messer in den Finger schneidet und man keinerlei Bedenken hat, dass die Wunde verheilt, reagiert nur das Organ (Haut). Aber es gibt andere Beispiele: Hat man einen Unfall, bei dem man sich gleichzeitig abwertet, im Sinne von „hätte ich mal lieber aufgepasst, dann wäre das nicht passiert“ reagieren: Organ – Psyche – Gehirn mit diesem unweigerlichen (synchronen) Ablauf. Oder: Der Therapeut sagt, dass man zu viele Giftstoffe habe oder unter Nährstoffmangel leide – auch dann kann natürlich die Psyche mitreagieren, beispielsweise mit einem Entsetzen.
Bekommt man einen riesigen Schreck (Schreckangst- oder Revierangstkonflikt, je nach Händigkeit) und betrifft dieser auf der organischen Ebene den Kehlkopf, dann bleibt uns vor Angst die Luft weg. Solch ein Entsetzen schnürt die Kehle zu und man meint nicht atmen zu können. Oder es bleibt der Kloß im Hals stecken. Mit einer extremen Furcht (wenn einem das Messer an die Kehle gesetzt wird, oder er wollte mir an die Kehle) wird man sogar heiser. Es folgt die sogenannte Reibeisenstimme – eine tiefe heisere Stimme. Häufiger jedoch tritt diese in der Wiederherstellungsphase auf.
Wird dieser Angst-Konflikt gelöst, tritt Luftnot beim Einatmen auf. Betrifft der Schreckangst vorwiegend die Stimmbänder können sich Polypen an eben diesen einstellen, was sich ungünstig auf eine goldene Kehle auswirkt. Wenn sich auf der gegenüberliegenden Seite im Bronchial-Relais (Schreck- oder Revierangstkonflikt) ebenfalls ein Konflikt in der Heilkrise befindet, führt dies zu einer extremen Atemnot (Asthma mit inspiratorischem und exspiratorischem Stridor).
Die Konstellation beider Relais führt zu der Schwebekonstellation (Dr. Hamer), die je nach Waage Schwebe- oder Fallträume generieren kann. Der Übersinn dieser prämortalen Konstellation und damit der geistigen Verfassung ist nach dem Spirituellen oder nach einem Glauben ausgerichtet. Menschen mit dieser Konstellation fliegen auch gerne oder lieben das schnelle Autofahren (Raserei): „horizontaler Flug“ (J. S. Mohr).
Kleiner Exkurs im Sinne von „horizontaler Flug“: Ab geht die Post! – los geht es dann mit Windeseile, mit einer affenartigen Geschwindigkeit. Wenn es noch schneller gehen soll, muss man wie ein dreimal frisch geölter Blitz davonrasen! Oder: wie aus der Pistole geschossen!
Der Ausdruck ab geht die Post ist abgeleitet von der hervorragend funktionierenden Post, welche die Fürsten Thurn und Taxis als Generalpostmeister von 1500 bis 1866 im Deutschen Reich und darüber hinaus in ganz Mitteleuropa einführten. Die berittenen Eilkuriere der Regensburger Fürsten wurden zum Symbol für Schnelligkeit. Johannes Prinz von Thurn und Taxis (geb. 1926) bemerkt hierzu: „Im Jahre 1640, als wir die eigene Post hatten, dauerte ein Eilpaket von Brüssel nach Rom fünf Tage. Unsere Reiter schafften das. Unlängst habe ich ein Paket in Brüssel nach Rom aufgegeben, auch Expreß – es brauchte neun Tage“. (>…aus der Pistole geschossen< von Kurt Krüger-Lorenzen).
Belastet der Schreckangstkonflikt mehr die Kehlkopfmuskulatur, kann es einem die Sprache verschlagen. Es bleibt die Stimme weg. Mit einer unerwartet auftauchenden Gefahr fehlen einem die Worte. Auch Wortbildungsstörungen können auftreten, wie sie dann als sogenannter Apoplex diagnostiziert werden. Auf der organischen Ebene handelt es sich um eine motorische Teillähmung der Kehlkopfmuskulatur.
Befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite (rechte Großhirnseite) ebenfalls ein Hamerscher Herd führt dies zum Stottern. Je nach Konfliktdauer und in der EK stottert der Betroffene eine Weile – er bekommt die Buchstaben einfach nicht raus, bis die Worte dann wieder aus seinem Mund fallen. Auch nuscheln fällt in den Ablauf der Kehlkopfmuskulatur.
Hierbei kann einem das Wort auf der Zunge liegen (schweben), man ist nah dran es auszusprechen, es fällt aber nicht „heraus“. Im Französischen wird die Redensart noch anschaulicher: „Ich habe das Wort auf der Zungenspitze“ („J´ai le mot sur le bout de la langue“). Es wartet nur darauf herausgenommen zu werden.
Aus voller Kehle singen oder eine goldene Kehle besitzen hat wohl eher etwas mit dem Gehör als mit den Stimmbändern und dem Kehlkopf zu tun. Nur wenn man ganz Ohr sein kann, führt dies auch zu einer angenehmen Stimme (Dr. Alfred A. Tomatis, 1920–2001). Trotzdem gehört die goldene Kehle dazu, wenn man Opern singen möchte.
„Die Kehle ist geschwollen, man hat Kopfweh, man hat Angst. Glauben sie niemandem, der in diesen Höhen von Spaß redet. Die Spitzenalpinisten fangen dort an, wo der Spaß aufhört. Was wir tun, ist unnütz, ich bin ein Eroberer des Nutzlosen.“ Reinhold Messner
