Über Tiere – Teil 2 und Teil 3

von Dr. Stefan Lanka & Ursula Stoll

Über Tiere – Teil 2

Mensch und Tier unterliegen den gleichen biologischen Gesetzmäßigkeiten. Gehen Sie mit Ihrem Hund Gassi, schnuppert dieser den ganzen Spaziergang über den Weg ab. Die biologische Bedeutung hiervon ist: Verbirgt sich eine Gefahr hinter der Hecke? Ist ein Rivale in der Nähe? Ist etwas Essbares in Sicht? Kann ich an dieser Stelle mein Revier markieren?

Ähnlich verhält sich der Mensch, wenn er nach draußen geht: Er hält die Augen offen: Lauert eine Gefahr auf der anderen Seite? Ist der Geruch an der Bude angenehm, sodass man dort mal was essen könnte? Kommt mir der unangenehme Nachbar entgegen? Usw. Mensch und Tier nehmen gleichsam „Witterung“ auf. Aber auch, wenn man jemanden sucht oder eben der Hund sein „Herrchen“ nicht findet, nimmt er Witterung auf.

Sobald jedoch etwas Unvorhergesehenes kommt – egal ob Hund oder Mensch der so empfindet – geht der sogenannte Witterungskonflikt in die aktive Phase über und die Schleimhäute werden auf der organischen Ebene reduziert (ektodermaler Ablauf).

Das hat den Sinn, mehr Luft und damit mehr Informationen zu erhalten, damit man eine Gefahr gezielter einschätzen kann. Egal ob es sich um einen Brocken (Nahrung – entodermaler Ablauf) oder um eine Gefahr (Witterung – ektodermaler Prozess) handelt: Die Biologie reagiert sofort! Und am Verstand vorbei springt sie augenblicklich mit besagtem SBS an! Wobei natürlich auch das Essen beschnuppert werden muss, ob es genießbar ist.

In der Biologie gibt es kein Gut oder Böse. Kein Negativ oder Positiv. Biologie IST. Biologisch sinnvoll ist es nur reichhaltigere Auskünfte zu bekommen, damit man entsprechend reagieren kann. Bekommt man die erwünschte Auskunft und kann damit die Situation einschätzen, folgt der Witterungskonflikt dementsprechend der Biologie und geht in die Wiederherstellungsphase (PCL-A) über.

Jetzt folgt der sogenannte Schnupfen, der ja eigentlich nur ein Symptom ist und den (oft lästigen) Regeln der Regeneration folgt. In der EK findet das Niesen statt. Danach folgt die PCL-B-Phase in der sämtliche Beschwerden schnell besser werden und schließlich verschwinden. Beobachten Sie Ihr Tier, wenn Sie nach dem Spaziergang wieder zu Hause im eigenen Revier sind: Sie streicheln es, und es beginnt zu niesen? Diese Sicherheit und Geborgenheit im eigenen Bereich befördert den Witterungskonflikt in die Lösung. Es besteht keine Gefahr mehr!

Über Tiere Teil 3

Auch bei den Vierbeinern gibt es linkspfotige (linkshufige) oder rechtspfotige (rechtshufige) Individuen (Individuum = unteilbar; bestehend aus Psyche, Gehirn, Organ). Dementsprechend können auch Tiere nur auf einer Körperseite Beschwerden haben. Um zu erfahren, ob das Tier Rechts- oder Linkspfoter ist, müssen Sie darauf achten, mit welchem Fuß es beispielsweise zuerst die Stufe nimmt, oder welche Seite es vorzugsweise beim Spielen benutzt.

Ein Beispiel: Ein Bauer hatte eine Kuh, die sich nur von ihm melken ließ, aus diesem Grund blieb er meistens zu Hause. Wegen einer wichtigen Angelegenheit musste er aber doch mal eine Woche verreisen. Widerwillig ließ sich das Rind in dieser Zeit von der Bäuerin melken. Als er nach dieser Woche die Kuh wieder wie gewohnt gemolken hat, entwickelte diese nur auf der rechten Euterseite eine Schwellung und Überwärmung (sogenannte Entzündung, Mastitis).

Es ist vielleicht schwierig zu verstehen, dass Menschen und Tiere mit denselben Sinnvollen Biologischen Sonderprogrammen ausgestattet sind. Im Umkehrschluss ist es aber logisch, weil diese „Strategie der Biologie“ unser Dasein überlebbar macht. Dennoch gibt es Verschiedenartigkeiten in der Wahrnehmung:

Während der Hund auf einen 100-Euro-Schein auf dem Tisch nicht reagiert, schnappt er sich sehr wohl die Speise in einem unbeobachteten Moment. Ein Mensch kann auf Beides reagieren, weil er auch in der Assoziation die Welt wahrnimmt.

Entreißen wir dem Hund die Mahlzeit und wird er womöglich noch hart angefasst, kann er aufgrund dessen einen Schock erleiden. Beispielsweise kann er mit dem Rachenraum reagieren („Brocken– nicht–zu-fassen-kriegen“) oder wenn er geschlagen wurde einen motorischen Konflikt erleiden. In der Folge (konfliktive Phase) kann sich eine schleichende Lähmung, beispielsweise der Hinterbeine einstellen, wie dies nicht selten bei Schäferhunden zu beobachten ist. Große Hunde, die an der Leine geführt werden und die an dieser zurückgezogen werden, weil sie einen vorbeilaufenden Hund nicht angreifen dürfen, entwickeln nicht selten Lähmungen an den Hinter- und/oder Vorderbeinen.

Das Problem hierbei ist, dass die Tiere nicht nach ihrer biologischen Art leben dürfen. Wir Menschen bestimmen, was sie dürfen und was nicht – damit kann auch eine nötige Rangordnung im Sinne des Revierverhaltens nicht gelebt werden. Das ist gegen die Natur.

Nehmen wir an, dass sie jeden Morgen die gleiche Runde mit ihrem Liebling laufen, dabei treffen sie meist jeden Tag auf den Mann, der eine Collie-Dame spazieren führt. Sie wissen, weil sie ihren Rüden gut kennen, dass er sich verliebt hat. Doch sie eilen jeden Tag an dem anderen „Hundetierhalter“ vorbei, obwohl sie spüren und es offensichtlich ist, dass ihr Hund jeden Tag trauriger wird. Oder: ihr Rüde wird auf dem Spaziergang, trotz Leine von einem anderen Hund gebissen. Sie reißen ihn zurück, damit sie sich nicht ineinander verbeißen. In der „Biologischen Sprache“ übersetzt bedeutet dies: er kann sich nicht verteidigen. Irgendwann ziehen sie um und ihr Liebling wird immer schlapper – man stellt eine Leukämie (AML) fest. Sie denken, dass er seine gewohnte Umgebung vermisst. Es ist aber nicht die andere Gegend, die die Lösung dieses Selbstwerteinbruchs als Konfliktinhalt beansprucht, sondern es ist der andere Hund, den er jetzt nicht mehr sieht und gegen den er sich damals nicht verteidigen durfte. Zumal ihr Hund jetzt in dem neuen Zuhause festgestellt hat, dass keine ernstzunehmenden Rivalen seinen Bereich gefährden.

Bildnachweis: eigenes Archiv und von Giuliana Lüssi (eigenes Archiv)

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